Stellungnahme der Hizmet Bewegung Schweiz zum Messerangriff in Winterthur

Mit grosser Betroffenheit haben wir vom Messerangriff in Winterthur erfahren. Als Hizmet Bewegung Schweiz verurteilen wir diese Tat aufs Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den verletzten Personen, ihren Angehörigen sowie bei allen Menschen, die durch dieses Ereignis verunsichert wurden. Den Betroffenen wünschen wir eine rasche und vollständige Genesung.
Gewalt, Extremismus und jede Form von Hass widersprechen den Grundwerten eines friedlichen und respektvollen Zusammenlebens. Solche Taten dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Zugleich möchten wir unsere Solidarität mit der Bevölkerung von Winterthur und der gesamten Schweizer Gesellschaft zum Ausdruck bringen.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Behörden wird die Tat als islamistisch motivierter Angriff eingestuft. Diese Entwicklung erfüllt uns mit tiefer Sorge. Religion und religiöse Begriffe dürfen niemals zur Rechtfertigung von Gewalt oder zur Verbreitung von Angst missbraucht werden. Die Instrumentalisierung des Islams für extremistisches Handeln weisen wir entschieden zurück. Gewalt im Namen der Religion widerspricht den Grundprinzipien des Islams ebenso wie den fundamentalen Werten einer demokratischen Gesellschaft.
Gleichzeitig ist es wichtig, die Hintergründe und möglichen Radikalisierungsprozesse sorgfältig aufzuarbeiten. Wir vertrauen darauf, dass die zuständigen Behörden ihre Arbeit mit der notwendigen Sorgfalt und rechtsstaatlichen Verantwortung durchführen werden.
Doch wir wissen auch, dass Verurteilungen allein nicht ausreichen. Extremismus und Radikalisierung müssen frühzeitig erkannt und verhindert werden. Präventionsarbeit, Bildung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Dialog sind dabei von zentraler Bedeutung.
Die Hizmet-Bewegung ist eine zivilgesellschaftliche Bewegung, die sich den Idealen des friedlichen Zusammenlebens, des Dialogs und des Dienstes an der Menschheit verschrieben hat. Vor diesem Hintergrund sehen wir es auch als unsere Verantwortung, einen aktiven Beitrag zur Prävention von Radikalisierung, Extremismus und gesellschaftlicher Polarisierung zu leisten.
In diesem Zusammenhang möchten wir an Worte des islamischen Gelehrten Fethullah Gülen erinnern, die er in einem Beitrag für das Wall Street Journal (2015) formulierte:
„Jeder Terrorakt, der im Namen des Islams verübt wird, betrifft alle Musliminnen und Muslime zutiefst. Er entfremdet sie von ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und verstärkt zugleich die Fehlwahrnehmungen über das Wesen und die Werte ihrer Religion. Es ist nicht gerecht, den Islam für die Gräueltaten gewalttätiger Radikaler verantwortlich zu machen. Wenn Terroristen jedoch den Anspruch erheben, im Namen des Islams zu handeln, tragen sie – zumindest dem Namen nach – diese religiöse Identität. Deshalb müssen die Angehörigen dieser Glaubensgemeinschaft alles in ihrer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass sich dieses Krebsgeschwür in unseren Gemeinschaften weiter ausbreitet. Tun wir dies nicht, tragen wir zumindest eine Mitverantwortung dafür, dass das Ansehen unseres Glaubens beschädigt und verzerrt wird.“ (https://pacificainstitute.org/orange-county/2015/08/30/fethullah-gulens-article-on-the-wall-street-journal-against-violent-extremism/)
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen braucht es gemeinsame Anstrengungen von Staat, Zivilgesellschaft und Religionsgemeinschaften, um Hass, Gewalt und Radikalisierung
entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig zu stärken.
Hizmet Bewegung Schweiz
0 Kommentare