{"id":2026,"date":"2021-03-31T13:08:39","date_gmt":"2021-03-31T11:08:39","guid":{"rendered":"https:\/\/hizmet.ch\/?p=2026"},"modified":"2021-03-31T13:08:41","modified_gmt":"2021-03-31T11:08:41","slug":"zum-fastenmonat-ramadan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/2021\/03\/31\/zum-fastenmonat-ramadan\/","title":{"rendered":"Zum Fastenmonat Ramadan"},"content":{"rendered":"\n<p>Im islamischen Sonnenkalender gibt es gesegnete Zeitabschnitte, die zum einen die Gnade Gottes gegen\u00fcber seinen Gesch\u00f6pfen widerspiegeln und den Menschen in seiner Spiritualit\u00e4t aufs Neue erf\u00fcllen, zum anderen sind es Zeiten, die auch das soziale Leben der Menschen in besonderem Mass neu beleben und gestalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ramadan ist f\u00fcr die Muslime ein gesegneter Zeitabschnitt, den sie jedes Jahr mit neuen wohlwollenden Absichten erwarten. Verbunden mit dieser Erwartung ist auch die intensive Hinwendung an die Worte Gottes, die in diesem gesegneten Monat in Form des Korans dem Propheten Muhammed (Friede sei mit Ihm) vom Erzengel Gabriel \u00fcberbracht wurden. So widmen sich die Gl\u00e4ubigen in dieser Zeit des Fastens noch intensiver als sonst dem Koran und dem Gebet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ramadan ist ein Wanderer durch das ganze Jahr (er kommt jedes Jahr um ungef\u00e4hr 11 Tage fr\u00fcher) und ist einer der beiden allj\u00e4hrlichen spirituellen und gesellschaftlichen H\u00f6hepunkte im Leben der Muslime in aller Welt. Im Koran wird den Gl\u00e4ubigen, die das Pubert\u00e4tsalter erreicht haben, vorgeschrieben, diesen Monat fastend zu verbringen, sofern sie nicht krank sind oder sich auf Reisen befinden. Von der Morgend\u00e4mmerung bis zum Sonnenuntergang verzichten sie auf Wasser und Nahrung und z\u00fcgeln ihren Charakter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Schule des Ramadans zu gehen, bedeutet nicht nur einfach zu hungern und zu dursten und seinem K\u00f6rper f\u00fchlbar etwas Gutes zu tun. Nein, das Hungern soll einem Fastenden insbesondere neue Tore des Geistes und der Spiritualit\u00e4t er\u00f6ffnen. Dabei sollen die Gl\u00e4ubigen sich von schlechtem Benehmen fernhalten, Geduld und G\u00fcte zeigen, Mitleid und Empathie entwickeln, sich innerlich sensibilisieren und reflektieren. Daneben sollen die Fastenden aber auch den Wert der einfachen Dinge und Gaben im Leben sch\u00e4tzen lernen. Denn die Fastenden wissen nach langen Stunden des Enthaltens ein Schl\u00fcckchen Wasser besonders wertzusch\u00e4tzen. Und sie wissen, wie gut und intensiv der erste Schluck Suppe oder Biss ins Brot sein kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein St\u00fcck Heimat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Ramadan verspr\u00fcht insbesondere f\u00fcr die in der Schweiz seit langem beheimateten Muslime, aber auch f\u00fcr neu hinzugezogene und gefl\u00fcchtete Menschen ein Gef\u00fchl der spirituellen Heimat. So wie in der urspr\u00fcnglichen Heimat vieler Muslime lebt und belebt der Ramadan auch hier unser gesellschaftliches Leben. Er f\u00f6rdert und intensiviert unser multikulturelles Miteinander, bringt Nachbarn, Freunde und Personen des \u00f6ffentlichen Lebens an Fastenbrechen-Abenden oder anderen Veranstaltungen an einen Tisch (leider begrenzte M\u00f6glichkeiten w\u00e4hrend der Corona-Pandemie) und sorgt f\u00fcr einen herzlichen Dialog. Dieser Dialog wiederum f\u00e4rbt und tr\u00e4nkt unsere so vielf\u00e4ltige und bunte Gesellschaft mit Akzeptanz und N\u00e4chstenliebe und l\u00e4sst ein friedfertiges und harmonisches Zusammenleben gedeihen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heimat f\u00fcr die Bed\u00fcrftigen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Daneben ist der Ramadan aber auch Heimat f\u00fcr die Hungernden, Heimatlosen und Leidenden dieser Welt. Der Ramadan ist ein Monat, der die Gl\u00e4ubigen in aller Welt zum Hungern und Dursten einl\u00e4dt. Sie alle, ob reich oder arm, heimatlos oder beheimatet, sie alle finden sich zur selben Zeit ein und hungern und dursten gemeinsam. Und genau dieses aufbl\u00fchende Gef\u00fchl der Solidarit\u00e4t bietet eine Chance, die von gesellschaftlicher Bedeutung ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere wir, denen es viel besser geht als dem Rest der Welt, sollen im Ramadan wachger\u00fcttelt werden aus unserem manchmal blinden Konsumhunger, unserer verschwenderischen Lebensweise und unserem tatenlosen Zuschauen. Wir sollen derjenigen gendenken, die sich kein sauberes Wasser und keine nahrhafte Nahrung f\u00fcr ihre Neugeborenen leisten k\u00f6nnen und die bedauerlicherweise alle sechs Sekunden ein Kind aufgrund von Hunger, Krankheit oder Mangelern\u00e4hrung dem Tod zum Opfer bringen m\u00fcssen. So streckt sich die barmherzige Hand des Ramadans \u00fcber diese Menschen aus und schenkt ihnen das Mitgef\u00fchl und die Unterst\u00fctzung der Fastenden, millionenfach und \u00fcberall auf der Welt. Insbesondere im Monat Ramadan geben die Gl\u00e4ubigen die l\u00e4uternde Pflichtabgabe (Zakat), ein Grundpfeiler des Islams, und weitere freiwillige Spenden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne, w\u00fcnschen wir, dass auch diese besinnliche Zeit des Fastens und der Einkehr zumindest einigen Wunden in unserer Welt heilen und unserer Gesellschaft neuen Leben einhauchen wird, sodass unsere Kinder &#8211; unsere Zukunft &#8211; ein harmonischeres Zusammenleben und friedlicheres Miteinander haben werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Zeitschrift Font\u00e4ne, Ausgabe Januar-M\u00e4rz 2021.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im islamischen Sonnenkalender gibt es gesegnete Zeitabschnitte, die zum einen die Gnade Gottes gegen\u00fcber seinen Gesch\u00f6pfen widerspiegeln und den Menschen in seiner Spiritualit\u00e4t aufs Neue erf\u00fcllen, zum anderen sind es Zeiten, die auch das soziale Leben der Menschen in besonderem Mass neu beleben und gestalten.&nbsp; Der Ramadan ist f\u00fcr die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2027,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,17],"tags":[],"class_list":["post-2026","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-presseartikel","category-unkategorisiert"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2026"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2026\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2029,"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2026\/revisions\/2029"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hizmet.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}